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Place Vendôme

with Florian Auer,

Jonathan Binet,

Giulia Cenci,

Isaac Lythgoe,

Athena Papadopoulos

 

Sept 6 – Oct 5, 2019

 

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Installation Views: 

 

 

Works: 

 

Florian Auer

 

Floria Auer

 

Florian Auer

 

Floria Auer

 

Jonathan Binet

 

Giulia Cenci

 

Giulia Cenci

 

Giulia Cenci

 

Giulia Cenci

 

Isaac Lythgoe

 

Athena Papadopoulos

 

Athena Papadopoulos

 

Athena Papadopoulos

 

TEXT DEUTSCH (for English version scroll downwards)

Place Vendôme

Am Freitag, 6. September, eröffnet die Galerie Berthold Pott in Köln die Gruppenausstellung „Place Vendôme“ im Rahmen des diesjährigen DC Opens. In der Gruppenausstellung sind Werke der 1988 geborenen italienischen Künstlerin Giulia Cenci, der in London lebenden kanadischen Künstlerin Athena Papadopoulos (1988), des in Berlin lebenden Künstlers Florian Auer (1984), des 1985 geborenen französischen Künstlers Jonathan Binet und des in London lebenden Briten Isaac Lythgoe (1989) zu sehen.

Narrative und bisweilen apokalyptische Züge versprüht die Skulptur von Isaac Lythgoe. Aus einem tiefen Rahmen und teils hinter einer Glasscheibe verborgen, ragt ein giftgrüner Männerkopf vor kupferfarbener Scheibe – mehr Maske als Gesicht – heraus und scheint sich neugierig in das Geschehen zu strecken. Ausdruck, Farben und Mimik erinnern an Stanley Ipkiss im Film „The Mask“ von 1984, so wie viele von Lythgoes Skulpturen Bezüge zu fiktionalen und mythologischen Kontexten haben.

Auch in Athena Papadopoulos Arbeiten lassen sich menschliche Fragmente entdecken, Beine, Schuhe und Stiefel sind deutlich zu identifizieren und deuten ebenfalls Geschehenes an. Bezüge zum Schicksal der beinamputierten Großmutter werden offenbar: In ihrer Arbeit „Ants Piss“, die drei Bein-Paare, überzogen mit farbigen Stoffen, zeigt, sind unterschiedlichste Materialien verarbeitet worden: Unter einer durchsichtigen Schicht von Kunstharz lassen sich z.B. Vogelknochen, Schwangerschafts-Tests oder Konfetti entdecken. Dieses bizarre und skurrile Ensemble schafft Andeutungen und bietet die Vorlage für mögliche Verbindungen und Geschichten. Die beiden weiteren Skulpturen, unter anderem „Diablo Dyspareunia Delirium Tremens“ zeigen ein verschlungenes Konstrukt aus Stofffragmenten und von Stoff umwickelten Drähten und sind einer Mischung aus Himmelbett und Tier ähnlich, das mit vier Beinen und einem geringeltem Schwanz, traumwandelnd Lebendiges vermuten lässt und jeweils auf einem alten Teewagen mit Rollen platziert, zu schweben scheint.

Giulia Cencis Wandskulpturen hängen wie Rohrleitungen auf der Wand oder ragen wie Äste in den Raum. Dabei wirken sie mit ihren weiß-transparenten Gummibeschichtungen und asphaltfarbener, feiner Vulkan-Asche versetzt, sehr organisch, fast wie Knochen mit Gelenken, Sehnen und Bänder. In der Ausstellung sind sie über die Ausstellungswände verteilt, mal sehr bodennah zu finden, mal hoch an der Wand positioniert.

Florian Auer ist in der Ausstellung mit einer großen Licht Arbeit, zwei Malereien und einer Wandskulptur vertreten. Seine neuen Malereien zeigen eine Bildersprache, die sich zwischen digital erzeugten Texturen und Farbschichten bewegt und dabei neue, ganz eigene Bild-Realitäten erzeugt. Digitale Dreidimensionalitäten illusionieren Perspektiven und Volumen, die der Künstler ergänzt, übermalt, zerlegt und wieder neu zusammensetzt.

Binets Tafelbilder leben von der Bipolarität des Schweren und Leichten. Aussparungen und „Weglassen“ in seinen Kompositionen eröffnen Einsichten und Durchblicke auf Konstruktionen des dahinter liegenden Rahmens und den Prozessen des Erschaffens. Illusionen von Volumen und Körperhaftem werden von gesprayten Farbwolken erschaffen. Getragen, bzw. umrahmt sind die so leicht anmutenden Leinwände dazu im Gegensatz von einem massiven, rohen Stahlrahmen, der der Malerei etwas Skulpturales, Objekthaftes verleiht. Bei näherer Betrachtung treten minimale, scheinbar „fehlerhafte“ Kompositionen zu Tage, wie zum Beispiel heraushängende Leinwandfragmente oder sich durchdrückende Unterkonstruktionsdetails, die die Gesamtkomposition in einen Zustand des gesteuerten Ungleichgewicht zu bewegen scheinen.

Das gesamte Ausstellungs-Ensemble ergibt ein skurriles Szenario, das von Vergangenem und Schicksalhaftem zu berichten scheint, aber auch eine Leichtigkeit und Liebe zum Detail transportiert: leicht, schwebend, schreiend, warnend, ganz wie auf den großen zentralen Plätzen der Metropolen, wie zum Beispiel dem „Place Vendome“ in Paris, wo sich seit Jahrhunderten Schmuck- und Handwerkskunst, Familientradition, Mode, Familiendynastien und -schicksale versammeln und sich Hoffnungen, Liebe und Zeitgeist manifestieren. So wie in dem gleichnamigen französischen Film „Place Vendôme“ mit Catherine Deneuve und Jacques Dutronc aus dem Jahr 1998.

 

Biographien:

Florian Auer, 1984, lebt und arbeitet in Berlin, Ausgewählte Einzelausstellungen: Kraupa-Tuskany Zeidler Berlin (2019, 2016, 2014, 2012), Städtische Galerie Nordhorn 2028 (Kunstpreis der Stadt Nordhorn, 2017), Piktogram Warschau (2017), Sismografo, Porto (2016), Albertinum, Dresden (2016), Salon Kennedy (mit Yves Scherer, 2015), Kunstverein Braunschweig (2014), S.M.A.K., Gent (2013), Liste Art Fair, Basel (2013)

Jonathan Binet, 1985, lebt und arbeitet in Paris, Ausgewählte Einzelausstellungen: Berthold Pott Köln (upcoming 2020, 2017), Balice/Hertling , Paris (2019, 2016), Palais de Terre, Paris (2016), Bonner Kunstverein (2015), Carl Kostyal, London (2015), Kunsthalle Sankt Galleren (2015), Art Basel Statements (2013), Gaudel da Stampa, Paris (2013), Palais de Tokyo, Paris (2012)

Giulia Cenci, 1988, geboren in Cortona (I), lebt und arbeitet in Amsterdam, Ausgewählte Einzelausstellungen: Art Basel Statements mit SpazioA: (2019), Kunst Merano Arte, Merano, Italy (2019), SpazioA Pistoia, Italy (2017, 2014, 2013), Carreras Mugica (Hall), Bilbao Spain (2017), De Ateliers, Amsterdam, NL (2017), Ausgewählte Gruppenausstellungen: 15th Lyon Biennale curated by Palais de Tokyo, Museo Novecento, Florenz (2018), Museo Palazzo Fortuny, Venedig (2018), Fondazione Baruchello, Rom (2018)

Isaac Lythgoe, 1989, lebt und arbeitet in London, Ausgewählte Ausstellungen: Liste Art Fair mit Super Dakota (solo, 2019), Super Dakota Brussels (solo, upcoming 2020), Piktogram Warschau (group, 2019), Exo Exo, Paris (solo, 2017), Dash Kortrijk (group, 2019), „Michael Jackson on the wall“ National Portrait Gallery London und Bundeskunsthalle Bonn

Athena Papadopoulos, 1988 in Toronto geboren, lebet und arbeitet in London, Ausgewählte Einzelausstellungen: TBC, Mostyn, Wales (upcoming 20209, TBC Liebaert Projects, Kortrijk, BE (upcoming 2019), Kunsthalle Lisbon, Portugal (2019), Humber Street Gallery, Hull, UK (2019), Emalin London (2017, 2015), CURA Rom (2017), Shoot the Lobster, NY (2016), Supportico Lopez Berlin (2015), Zabludowicz Collection London (2015), Ausgewählte Gruppenausstellungen: The institute of Contemporary Art (ICA), Los Angeles, USA (upcoming 2020), Drawing Room London (2019)

 

TEXT ENGLISH

 

Place Vendôme

Group exhibition with works by Florian Auer, Jonathan Binet, Giulia Cenci, Isaac Lythgoe and Athena Papadopoulos at Berthold Pott, Cologne

6 September – 5 October 2019

 

On Friday, 6 September, the gallery Berthold Pott in Cologne will open the group exhibition Place Vendôme in conjunction with this year’s DC Opens. The group exhibition includes works by the Italian artist Giulia Cenci (b. 1987), the London-based Canadian artist Athena Papadopoulos (b. 1988), the Berlin-based artist Florian Auer (b. 1984), the French artist Jonathan Binet (b. 1985) and the London-based British artist Isaac Lythgoe (b. 1989).

The sculptures by Isaac Lythgoe reveal narrative and at times apocalyptic characteristics. Partly hidden behind a pane of glass, the poison-green head of a man protrudes out of a deep frame in front of a copper-coloured panel – more a mask than a face – and seems to curiously peer out into what is taking place in front of him. Just as many of Lythge’s sculptures refer to fictional and mythological contexts, the expression, colour and facial features of the work on view are reminiscent of Stanley Ipkiss in the 1984 film The Mask (1984).

Human fragments can also be discovered in the works of Athena Papadopoulos; legs, shoes and boots can be clearly identified and likewise suggest an occurrence. References to the fate of her grandmother, whose leg had to be amputated, become apparent and are intentional. In her work Ants Piss, comprised of three pairs of legs covered with coloured fabrics, a wide variety of materials have been used: Avian bones, pregnancy tests and confetti, for example, can be discovered under a transparent layer of synthetic resin. This bizarre and quirky ensemble is rich in associations and offers the basis for possible connections and stories. Two other sculptures are comprised of an intertwined construct of ribbons and wires and recall a mixture of canopy bed and animal, which with four legs and a curled tail suggests something alive and seems to float on an old, wheeled tea trolley.

Giulia Cenci’s sculptures hang on the wall like pipes or protrude into the room like branches. With their transparent-white rubber coatings and fine, asphalt-coloured volcanic ash, they appear highly organic, almost like bones with joints, tendons and ligaments. The works are distributed throughout the exhibition space, at times very close to the ground and at other times positioned high on the wall.

Florian Auer is represented in the exhibition with a large light work, two paintings and a wall sculpture. His new paintings make use of a visual language that oscillates between digitally generated textures and layers of colour, thereby creating new, completely unique pictorial realities. Digital three-dimensionality creates the illusion of perspectives and volumes, which the artist complements, paints over, takes apart and reassembles.

Jonathan Binet’s panel paintings live from the bipolarity of heaviness and lightness. Recesses and ‘omissions’ in his compositions open up insights and perspectives into the constructions of the frame behind them, as well as to the processes of their creation. Illusions of volume and the physical are created by sprayed clouds of colour. The seemingly light canvases are supported or surrounded by massive, raw steel frames, which lends the paintings a sculptural and object-like dimension. On closer inspection, minimal, seemingly ‘faulty’ compositions come to light, such as fragments of canvas hanging out or penetrating substructure details that seem to shift the overall composition into a state of controlled imbalance.

The exhibition ensemble as a whole results in a bizarre scenario that seems to tell of the past and the fateful, but also conveys a sense of lightness and attention to detail: light, floating, screaming, warning, as on the great central squares of the metropolises, such as the Place Vendôme in Paris, where jewellery and craftsmanship, tradition, fashion, family dynasties and fates have gathered for centuries and where hopes, love and zeitgeist manifest themselves – as in the eponymous French film Place Vendôme from 1998 with Catherine Deneuve and Jacques Dutronc.

 

Biographies:

Florian Auer, 1984, lives and works in Berlin, Selected Solo Exhibitions: Kraupa-Tuskany Zeidler Berlin (2019, 2016, 2014, 2012), Städtische Galerie Nordhorn 2028 (Kunstpreis der Stadt Nordhorn, 2017), Piktogram Warsaw (2017), Sismografo, Porto (2016), Albertinum, Dresden (2016), Salon Kennedy (mit Yves Scherer, 2015), Kunstverein Braunschweig (2014), S.M.A.K., Gent (2013), Liste Art Fair, Basel (2013)

Jonathan Binet, 1985, lives and works in Paris, Selected Solo Exhibitions: Berthold Pott Köln (upcoming 2020, 2017), Balice/Hertling , Paris (2019, 2016), Palais de Terre, Paris (2016), Bonner Kunstverein (2015), Carl Kostyal, London (2015), Kunsthalle Sankt Gallen (2015), Art Basel Statements (2013), Gaudel da Stampa, Paris (2013), Palais de Tokyo, Paris (2012)

Giulia Cenci, 1988, born in Cortona (I), lives and works in Amsterdam, Selected Solo Exhibitions: Art Basel Statements with SpazioA: (2019), Kunst Merano Arte, Merano, Italy (2019), SpazioA Pistoia, Italy (2017, 2014, 2013), Carreras Mugica (Hall), Bilbao Spain (2017), De Ateliers, Amsterdam, NL (2017), Ausgewählte Gruppenausstellungen: 15th Lyon Biennale curated by Palais de Tokyo, Museo Novecento, Florence (2018), Museo Palazzo Fortuny, Venice (2018), Fondazione Baruchello, Rome (2018)

Isaac Lythgoe, 1989, lives and works in London, Selected Solo Exhibitions: Liste Art Fair with Super Dakota (solo, 2019), Super Dakota Brussels (solo, upcoming 2020), Piktogram Warsaw (group, 2019), Exo Exo, Paris (solo, 2017), Dash Kortrijk (group, 2019), „Michael Jackson on the wall“ National Portrait Gallery London and Bundeskunsthalle Bonn (2019)

Athena Papadopoulos, 1988 born in Toronto, lives and works in London, Selected Solo Exhibitions: TBC, Mostyn, Wales (upcoming 20209, TBC Liebaert Projects, Kortrijk, Belgium (upcoming 2019), Kunsthalle Lisbon, Portugal (2019), Humber Street Gallery, Hull, UK (2019), Emalin London (2017, 2015), CURA Rom (2017), Shoot the Lobster, NY (2016), Supportico Lopez Berlin (2015), Zabludowicz Collection London (2015), Selected Group Exhibitions: The institute of Contemporary Art (ICA), Los Angeles, USA (upcoming 2020), Drawing Room London (2019)